Besetzung

Markus Eichenberger (CH), Clarinet
Carl Ludwig Hübsch (D), Tuba
Etienne Nillesen (NL), Extended Snare Drum
Philip Zoubek (A), Moog Synthesizer

Reviews

Our main interest within the flow of events is represented by the systematic metamorphosis of the timbral mass. The music may transit through dimensions of pitchless reductionism and unforgiving noise. However, an inherent tendency to atmospheric discoloration surprisingly discloses fragments of alien melodies, bizarre call-and-response activities, boiling liquids, airy perturbations, clusters held long enough to become dissonant drones. The instrumental voices can also be followed separately, or in combinations of two and three, yet a genuine moment of improvisational solipsism is nowhere to be found. The loudness is evidently subjected to repeated oscillations, the musicians capable of switching from ppp to fff in a matter of nanoseconds if they so decide.
Aside from a few obnoxious coughs disrupting the atmosphere (as always, invariably occurring during the sections of lowest volume and greatest subtlety), the record welcomes focused listeners to stimulate them several times over. Lots of turbulent activity, awkwardness in sufficient quantity to eschew expectation, appreciable stretches of barely moving tension.
Massimo Ricci (Touching Extremes February 2021)

Welche Temperatur misst das Fieberthermometer bei der Musik (CS 658) von WERCKMEISTER? Und wodurch wurde sie infiziert? Durch die Musicalischen Paradoxal-Discourse des barocken Tonkabbalisten Andreas Werckmeister? Oder durch Die Werckmeisterschen Harmonien, Béla Tarrs denkwürdige Verfilmung von László Krashnahorkais „Melancholie des Widerstands“? Die vier Werckmeister hier gehören wohl eher zu denen, die mit dem Briefträger János um einen Walkadaver kreisen, während die Stadt vom Fieberwahn einer Revolte geschüttelt wird. Definitiv gehören sie nicht zu den Stümpern und musikalischen Quack-Salbern, die, statt improvisieren zu können, an den Fliegenschissen einer Tabulatur hängen. Nein, Markus Eichenberger, der Atemwerker aus der Schweiz, hat seine Klarinette, Carl Ludwig Hübsch seine Tuba, Etienne Nillesen seine Snare und Philip Zoubek seinen Synthesizer im Kopf. Um zusammen ex tempore Musik zu fabrizieren, die, Adagio molto – Allegro con brio… Andante cantabile con moto… Allegro molto e vivace, schatten-weise die Harmonie der Sphären abbildet.
Rigobert Dittmann (Bad Alchemy 108 Dezember 2020)

Der Name Werckmeister steht musikhistorisch für die Entwicklung alternativer Stimmungen und impliziert eine Kritik an der Selbstreferenz oraler Wahrnehmung. Das internationale Quartett lässt in diesem Geiste geräuschhafte Collagen entstehen, in denen sich aus minimalen Ansätzen nach und nach klarer erkennbare instrumentale Stimmen manifestieren.
Christof Thurnherr (Jazz’N’More 2/2021)

Im Aargau hat die freie Musikszene ein gutes Profil, auch das Improvisieren. Der Klarinettist Markus Eichenberger prägt die hiesige Szene stark. Die aktuelle CD «Musik» seines 2018 gegründeten Werckmeister Quartetts wurde nicht nur vom Aargauer Kuratorium unterstützt, sie schaffte es auch gleich auf die Longlist 1/2021 der deutschen Schallplattenkritik.
Sybille Ehrismann (Aargauer Zeitung 11. Februar 2021)